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18.11.2006 | Westdeutsche Zeitung | Andreas Lukesch                                  zurück

Einkaufsflair wie im Süden

In der ersten Markthalle Wuppertals gibt es Gemüse, Wurst, Blumen und Sushi – und das alles unter einem Dach.

Werner Dirkes hat schon alles erlebt, was ein Händler von Obst, Gemüse und Südfrüchten erleben kann. 55 Jahre war er im Geschäft, hat mehr als ein Dutzend Marktstände beliefert und betrieben. „Ich habe ein Leben lang gegen Wind und Wetter angekämpft“, sagt der 70-Jährige und blickt – im trockenen sitzend – auf einen funkelnagelneuen Obst- und Gemüsestand in der gestern eröffneten Markthalle am Arrenberg. Draußen beschert der klassische Wuppertaler Nieselregen der Stadt trübes Novembergrau, drinnen sollen hundert Gerüche, eine Kaffeebar und die satten Farben von Äpfeln, Orangen und Tomaten für südländisches Flair sorgen.

So jedenfalls hat es sich der Investor der Arrenberg`schen Höfe, Bodo Küpper, vorgestellt. Der Mann, der das Wort multikulturell gern gegen medi- terran ersetzt, hat die Markthalle gebaut und ist sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis: „Dieses Gebäude ist mehr als eine Verkaufsfläche, es ist ein Symbol des gesellschaftlichen Wandels und ein Impuls für den ganzen Stadtteil.“

Für Werner Dirkes ist die Markthalle mehr die Erfüllung eines alten Traums. Eigentlich hatte sich der Händler nämlich längst zur Ruhe gesetzt: „Aber Markthallen haben mich schon immer fasziniert. Deshalb war ich von dem Projekt sofort begeistert und habe mich spontan entschlossen, noch einmal neu einzusteigen.“

Die meisten Besucher teilen die Begeisterung,. Viele wandeln noch etwas unsicher entlang der Stände. Die Mischung im Angebot ist toll. Und dass es jetzt hier so etwas gibt, kommt uns sehr gelegen“, meinen Waltraud und Wilfried Schnasse, die aus der Viehhofstr. angereist sind. Tatsächlich ist die Mischung außergewöhnlich. Der Pächter des Sushi-Standes kommt aus Köln, der Blumenhändler aus Gummersbach. Sie haben alle nicht nur Alltägliches im Angebot, sondern präsentieren ihren Kunden ganz kostenlos noch einen Happen Kultur dazu. Stände und Wände wurden von Arenberger Künstlern gestaltet und sind für sich schon ein Blickfang. Im Gegensatz zu den Preisschildern. Die vermisst Wilfried Schnasse nämlich bei den meisten Waren: „Da muss man ständig fragen.“ Aber über solche kleinen Details sieht er am Eröffnungstag gnädig hinweg:“Die sind ja erst am Anfang.“